Studien

Aktuelle Endometriose-Forschung

Um Endometriose zu verstehen, braucht es Zugang zu verlässlichen, aktuellen Forschungsergebnissen. Diese Seite richtet sich an alle, die sich mit der Evidenz hinter dem heutigen Wissensstand auseinandersetzen möchten. Sie bietet ein kuratiertes, durchsuchbares Verzeichnis von endometriose-spezifischen Publikationen und laufenden klinischen Studien. Ergänzend lädt eine eigene Sektion dazu ein, die Zusammenhänge zwischen separaten Forschungsthemen visuell zu erkunden, und so auf Zusammenhänge zu stoßen, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind.

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Möglichkeiten zur Studienteilnahme

Klinische Studien suchen Teilnehmende

Aktuell rekrutierend

Gerät

ENDOVA: Vagusnervstimulation in symptomatischer Endometriose

Wien, Österreich (vor Ort)-2026

Die MedUni Wien rekrutiert für ENDOVA, eine prospektive, doppelblinde, sham-kontrollierte, randomisierte Pilotstudie zur Frage, ob eine sanfte Vagusnervstimulation am Ohr mit dem VIVO®-Medizinprodukt der Klasse IIa Lebensqualität und Schmerzen bei Betroffenen mit symptomatischer Endometriose verbessern kann. Die gesamte Teilnahmedauer beträgt etwa 4,5 Monate und umfasst 6 Wochen Geräteanwendung, während dieser Phase wöchentliche Termine in Wien sowie ein elektronisches Schmerztagebuch über den Studienzeitraum. Grundlegende Kriterien sind ein Alter von 18 bis 51 Jahren, operativ bestätigte Endometriose oder Diagnose durch Ultraschall/MRT, Regelschmerzen oder chronische Unterbauchschmerzen sowie derzeit keine hormonelle Endometriose-Therapie; Personen mit Herzschrittmacher können nicht teilnehmen.

Gerät

ELECTRE

Bordeaux, Frankreich-2026

Eine monozentrische, randomisierte Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit eines transkutanen elektrischen Nervenstimulationsgeräts (TENS) bei Endometriose-assoziierten Beckenschmerzen. Verglichen werden konventionelle TENS und Mikrostimulations-TENS; rekrutiert werden erwachsene Frauen mit bildgebend und/oder histologisch diagnostizierter Endometriose und/oder Adenomyose.

Gerät

EndoSolve

Irland (remote)-2025

OnaWave Medical entwickelt ein neuartiges, nicht-invasives und schmerzfreies Verfahren zur schnelleren Diagnose von Endometriose durch Analyse subtiler bioelektrischer Rhythmen im Becken. Aufgebaut auf Forschung der University of Galway und unterstützt vom European Innovation Council.

Rekrutierung beendet - Ergebnisse ausstehend

Beendet
Medikament

NOVA – Vipoglanstat (Phase 2)

Europa-März 2026

Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-2-Studie des schwedischen Biotech-Unternehmens Gesynta Pharma zu Vipoglanstat, einem nicht-hormonellen und nicht-opioiden Wirkstoff gegen Endometriose-assoziierte Schmerzen. Rund 190 Frauen im Alter von 18–45 Jahren werden an mehreren europäischen Zentren rekrutiert, um Wirksamkeit, Sicherheit und optimale Dosierung zu untersuchen.

Beendet
Naturstoff

Endogreet

Wien, Österreich-2025

Ein potentieller nicht-hormoneller Therapieansatz mit Tigovit, einem Grüntee-Extrakt, in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie an der MedUni Wien. Grüntee-Extrakt hat Potenzial gezeigt, sowohl Schmerzen als auch Entzündungen um Endometriose-Herde zu reduzieren.

Beendet
Gerät

IMAGENDO

Australien-2025

Bildgebungsstudie mit dem Ziel, die Diagnosezeit bei Endometriose durch verbesserte Bildanalyse zu verkürzen. Teilnehmer:innen benötigten Becken-MRT oder transvaginale Ultraschalluntersuchungen.

Beendet
Naturstoff

ENDOFLEX

Wien, Österreich-2021

Eine Studie der MedUni Wien zu Flexofytol, einem Kurkuma-Extrakt-Präparat, als potentiellem nicht-hormonellen Ansatz bei Endometriose-assoziierten Schmerzen. Der Hintergrund war die entzündliche Komponente der Symptomentstehung bei Endometriose sowie klinische Daten zu entzündungshemmenden und antioxidativen schmerzlindernden Effekten von Kurkuma-Präparaten bei Osteoarthritis.

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Veröffentlichte Endometriose-Forschung

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153 Publikationen

MechanismenJournal of Endometriosis and Uterine Disorders

Übersichtsarbeit, die vorschlägt, dass Endometrioseläsionen über mehrere Wege entstehen: retrograde Menstruation, embryonale Stammzellreste, Stammzellrekrutierung und genetische/epigenetische Modifikationen. Verschiedene genetische Risikokombinationen können für unterschiedliche Entwicklungswege prädisponieren und zur Krankheitsheterogenität beitragen. Befürwortet molekulare Profilierung und patientenabgeleitete Organoidmodelle.

PII: S2949838426000022

Jun 1, 2026

Diagnostik & BiomarkerThe Lancet Obstetrics, Gynaecology, & Women's Health

Explorative Phase-2-DETECT-Studie zur Evaluation der 99mTc-Maraciclatid-SPECT/CT-Bildgebung, eines Radiotracer-Ansatzes, der auf αvβ3-Integrine abzielt, welche mit der Angiogenese assoziiert sind, bei Patientinnen mit vermuteter oder bestätigter pelviner oder thorakaler Endometriose. Unter 19 Teilnehmerinnen, die sowohl die Bildgebung als auch die Operation abgeschlossen haben, stimmten die Bildgebungsbefunde in 16 Fällen mit dem chirurgischen Nachweis bzw. Ausschluss einer Endometriose überein. Bei 14 von 17 chirurgisch positiv getesteten Patientinnen konnte Endometriose bildgebend dargestellt werden, einschließlich thorakaler Manifestationen. Die Studie weist auf ein potenzielles Verfahren zur Erkennung oberflächlicher peritonealer Endometriose hin, die durch konventionelle Bildgebung möglicherweise übersehen wird; aufgrund der kleinen Stichprobe ist jedoch eine größere Phase-3-Validierung erforderlich.

PII: S3050503826000488

Apr 29, 2026

Genetik & GenomikNature Genetics

Größte bislang durchgeführte multi-ethnische GWAS und integrierte Multi-Omics-Studie zur Endometriose mit Analyse von etwa 1,4 Millionen Frauen, darunter 105.869 Fälle. Die Studie identifizierte 80 genomische Risikoloci, darunter 37 neu beschriebene Loci, und verknüpfte Risikosignale mit Signalwegen, die an Zelldifferenzierung, immunologischer und hormoneller Regulation, Gewebeumbau sowie Entzündungsprozessen beteiligt sind. Zudem zeigte sich eine partielle genetische Überlappung mit Adenomyose sowie Interaktionen zwischen dem polygenen Endometriose-Risiko und Symptomen wie abdominalen Schmerzen, Angstzuständen, Migräne und Übelkeit; diese Ergebnisse basieren auf Assoziationen und erlauben keine deterministische Vorhersage für individuelle Patientinnen.

PMID: 42056605

Apr 29, 2026

MechanismenTrends in Immunology

Neubewertung der Endometriose als systemische Störung mit vernetzter Dysregulation statt als rein pelvine Erkrankung. Die AutorInnen beschreiben die wechselseitige Signalübertragung zwischen aberrantem sensorischem Nervenwachstum und dysfunktionalen Immunantworten als zentrale Ereignisse bei der Läsionsentwicklung und der Aufrechterhaltung von Schmerzen. Dieser neuroimmune Austausch prägt das Verhalten von Epithel- und Stromazellen, verstärkt Entzündungsprozesse und verstärkt die Schmerzverarbeitung. Es wird vorgeschlagen, dass die gezielte Modulation zentraler neuroimmuner Knotenpunkte neue therapeutische Ansätze bieten könnte, um sowohl die Progression der Läsionen als auch die endometrioseassoziierten chronischen Schmerzen einzudämmen.

PMID: 41896123

Mar 26, 2026

MechanismenPreprintbioRxiv

Preprint-Studie, die erhöhte Transferrin- und Transferrinrezeptor-Spiegel in endometriotischen Zellen bei gleichzeitig reduzierter antioxidativer Kapazität nachweist. Ein experimenteller Knockdown von Transferrin unterdrückte Zellproliferation und Migration und erhöhte die Apoptoserate, was auf die Transferrin/Ferroptose-Achse als Faktor in der Krankheitsentstehung hindeutet. Die Ergebnisse sind vorläufig und wurden noch nicht einem Peer-Review-Verfahren unterzogen.

DOI: 10.64898/2026.03.13.711522

Mar 16, 2026

MechanismenIntechOpen

Buchkapitel, das Präzisionsmedizin-Ansätze bei Endometriose zusammenfasst – unter Einbeziehung von Schmerzphänotypisierung, molekularen und Entzündungs-Biomarkern sowie Mechanismen von Therapieresistenzen. Die AutorInnen beleuchten gezielte pharmakologische Strategien, darunter Neuromodulatoren, selektive Progesteronrezeptormodulatoren, immunmodulatorische und antifibrotische Wirkstoffe sowie nicht-hormonelle Therapieansätze in Entwicklung. Das Kapitel bietet einen mechanismusbasierten Rahmen für eine individualisierte Behandlung auf Grundlage von Neuroinflammation, peripherer und zentraler Sensibilisierung sowie Immunregulationsstörungen.

DOI: 10.5772/intechopen.1014711

Mar 2, 2026

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