Studien
Aktuelle Endometriose-Forschung
Um Endometriose zu verstehen, braucht es Zugang zu verlässlichen, aktuellen Forschungsergebnissen. Diese Seite richtet sich an alle, die sich mit der Evidenz hinter dem heutigen Wissensstand auseinandersetzen möchten. Sie bietet ein kuratiertes, durchsuchbares Verzeichnis von endometriose-spezifischen Publikationen und laufenden klinischen Studien. Ergänzend lädt eine eigene Sektion dazu ein, die Zusammenhänge zwischen separaten Forschungsthemen visuell zu erkunden, und so auf Zusammenhänge zu stoßen, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind.
Möglichkeiten zur Studienteilnahme
Klinische Studien suchen Teilnehmende
Aktuell rekrutierend
ENDOVA: Vagusnervstimulation in symptomatischer Endometriose
Die MedUni Wien rekrutiert für ENDOVA, eine prospektive, doppelblinde, sham-kontrollierte, randomisierte Pilotstudie zur Frage, ob eine sanfte Vagusnervstimulation am Ohr mit dem VIVO®-Medizinprodukt der Klasse IIa Lebensqualität und Schmerzen bei Betroffenen mit symptomatischer Endometriose verbessern kann. Die gesamte Teilnahmedauer beträgt etwa 4,5 Monate und umfasst 6 Wochen Geräteanwendung, während dieser Phase wöchentliche Termine in Wien sowie ein elektronisches Schmerztagebuch über den Studienzeitraum. Grundlegende Kriterien sind ein Alter von 18 bis 51 Jahren, operativ bestätigte Endometriose oder Diagnose durch Ultraschall/MRT, Regelschmerzen oder chronische Unterbauchschmerzen sowie derzeit keine hormonelle Endometriose-Therapie; Personen mit Herzschrittmacher können nicht teilnehmen.
ELECTRE
Eine monozentrische, randomisierte Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit eines transkutanen elektrischen Nervenstimulationsgeräts (TENS) bei Endometriose-assoziierten Beckenschmerzen. Verglichen werden konventionelle TENS und Mikrostimulations-TENS; rekrutiert werden erwachsene Frauen mit bildgebend und/oder histologisch diagnostizierter Endometriose und/oder Adenomyose.
microRNA-Analyse
Eine Diagnostikstudie an den Cliniques universitaires Saint-Luc untersucht epigenetische Marker (microRNAs) bei Teilnehmenden mit und ohne Endometriose, um die Erkrankung besser zu verstehen und künftige Diagnoseansätze zu unterstützen. Teilnehmen können Personen über 18 Jahre mit spontanen Menstruationszyklen, die keine Verhütung anwenden. Für die Teilnahme werden eine Menstruationsprobe und eine Blutabnahme benötigt; eine finanzielle Aufwandsentschädigung ist möglich.
Rekrutierung beendet - Ergebnisse ausstehend
NOVA – Vipoglanstat (Phase 2)
Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-2-Studie des schwedischen Biotech-Unternehmens Gesynta Pharma zu Vipoglanstat, einem nicht-hormonellen und nicht-opioiden Wirkstoff gegen Endometriose-assoziierte Schmerzen. Rund 190 Frauen im Alter von 18–45 Jahren werden an mehreren europäischen Zentren rekrutiert, um Wirksamkeit, Sicherheit und optimale Dosierung zu untersuchen.
Endogreet
Ein potentieller nicht-hormoneller Therapieansatz mit Tigovit, einem Grüntee-Extrakt, in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie an der MedUni Wien. Grüntee-Extrakt hat Potenzial gezeigt, sowohl Schmerzen als auch Entzündungen um Endometriose-Herde zu reduzieren.
IMAGENDO
Bildgebungsstudie mit dem Ziel, die Diagnosezeit bei Endometriose durch verbesserte Bildanalyse zu verkürzen. Teilnehmer:innen benötigten Becken-MRT oder transvaginale Ultraschalluntersuchungen.
ENDOFLEX
Eine Studie der MedUni Wien zu Flexofytol, einem Kurkuma-Extrakt-Präparat, als potentiellem nicht-hormonellen Ansatz bei Endometriose-assoziierten Schmerzen. Der Hintergrund war die entzündliche Komponente der Symptomentstehung bei Endometriose sowie klinische Daten zu entzündungshemmenden und antioxidativen schmerzlindernden Effekten von Kurkuma-Präparaten bei Osteoarthritis.
Veröffentlichte Endometriose-Forschung
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59 Publikationen
Aufbauend auf einer transkriptomik-basierten computergestützten Pipeline zum Drug Repositioning (die zuvor Fenoprofen identifiziert hatte) untersuchte die Studie zwei weitere Kandidaten: Simvastatin (ein Statin) und Primaquin (ein Malariamittel). In einem Rattenmodell für endometriose-assoziierte Schmerzen verringerten beide Wirkstoffe schmerzassoziierte Verhaltensweisen und kehrten endometriose-bedingte Veränderungen der Genexpression um (untersucht mittels Verhaltenstests und RNA-Sequenzierung). Zusätzlich zeigte eine retrospektive Auswertung elektronischer Patientinnenakten aus sechs Kliniken der University of California, dass die Verordnung von Simvastatin mit einem geringeren relativen Risiko für eine Endometriose-Diagnose einherging. Die Ergebnisse untermauern beide Wirkstoffe als Kandidaten für ein Repurposing sowie den Nutzen des computergestützten Drug Repositioning, auch wenn klinische Studien noch ausstehen.
Aug 21, 2026
Diese beobachtende Studie zur Steroidprofilierung verglich die Androgenmuster im Serum von Frauen mit laparoskopisch bestätigter Endometriose und gesunden Kontrollpersonen. Dabei wurde ein eindeutiges hormonelles Profil identifiziert, das unter anderem veränderte Konzentrationen von Nebennierenandrogenen und höhere 11-Ketotestosteron-Spiegel umfasste; metabolomikbasierte Modelle konnten in diesem Datensatz Fälle mit hoher Genauigkeit von den Kontrollpersonen unterscheiden (AUC 0,99). Die AutorInnen vermuten, dass die Endometriose eine bislang unterschätzte androgenabhängige Komponente aufweisen könnte, und identifizieren 11-oxygenierte Androgene als potenzielle diagnostische Biomarker und zukünftige therapeutische Ansatzpunkte. Diese Ergebnisse sind vielversprechend, jedoch vorläufig: Die vorgeschlagene blutbasierte Signatur muss in größeren, unabhängigen und klinisch vielfältigen Populationen validiert werden, bevor sie in die Diagnose oder Behandlung einfließen kann.
Jul 7, 2026
Übersichtsarbeit, die vorschlägt, dass Endometrioseläsionen über mehrere Wege entstehen: retrograde Menstruation, embryonale Stammzellreste, Stammzellrekrutierung und genetische/epigenetische Modifikationen. Verschiedene genetische Risikokombinationen können für unterschiedliche Entwicklungswege prädisponieren und zur Krankheitsheterogenität beitragen. Befürwortet molekulare Profilierung und patientenabgeleitete Organoidmodelle.
Jun 1, 2026
Größte bislang durchgeführte multi-ethnische GWAS und integrierte Multi-Omics-Studie zur Endometriose mit Analyse von etwa 1,4 Millionen Frauen, darunter 105.869 Fälle. Die Studie identifizierte 80 genomische Risikoloci, darunter 37 neu beschriebene Loci, und verknüpfte Risikosignale mit Signalwegen, die an Zelldifferenzierung, immunologischer und hormoneller Regulation, Gewebeumbau sowie Entzündungsprozessen beteiligt sind. Zudem zeigte sich eine partielle genetische Überlappung mit Adenomyose sowie Interaktionen zwischen dem polygenen Endometriose-Risiko und Symptomen wie abdominalen Schmerzen, Angstzuständen, Migräne und Übelkeit; diese Ergebnisse basieren auf Assoziationen und erlauben keine deterministische Vorhersage für individuelle Patientinnen.
Apr 29, 2026
Neubewertung der Endometriose als systemische Störung mit vernetzter Dysregulation statt als rein pelvine Erkrankung. Die AutorInnen beschreiben die wechselseitige Signalübertragung zwischen aberrantem sensorischem Nervenwachstum und dysfunktionalen Immunantworten als zentrale Ereignisse bei der Läsionsentwicklung und der Aufrechterhaltung von Schmerzen. Dieser neuroimmune Austausch prägt das Verhalten von Epithel- und Stromazellen, verstärkt Entzündungsprozesse und verstärkt die Schmerzverarbeitung. Es wird vorgeschlagen, dass die gezielte Modulation zentraler neuroimmuner Knotenpunkte neue therapeutische Ansätze bieten könnte, um sowohl die Progression der Läsionen als auch die endometrioseassoziierten chronischen Schmerzen einzudämmen.
Mar 26, 2026
Preprint-Studie, die erhöhte Transferrin- und Transferrinrezeptor-Spiegel in endometriotischen Zellen bei gleichzeitig reduzierter antioxidativer Kapazität nachweist. Ein experimenteller Knockdown von Transferrin unterdrückte Zellproliferation und Migration und erhöhte die Apoptoserate, was auf die Transferrin/Ferroptose-Achse als Faktor in der Krankheitsentstehung hindeutet. Die Ergebnisse sind vorläufig und wurden noch nicht einem Peer-Review-Verfahren unterzogen.
Mar 16, 2026