Das französische Biotech-Unternehmen endogene.bio hat Forschungsergebnisse veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass Endometriose bei verschiedenen Patientinnen, Läsionsstellen und Zelltypen auf molekularer Ebene heterogen ist – eine Erkenntnis, die erklären könnte, warum Patientinnen oft unterschiedliche Ergebnisse mit derselben Therapie erzielen.
Der Preprint mit dem Titel „Beyond one-size-fits-all: Einzelzell-Transkriptom-Signaturen sagen die Wirksamkeit von Medikamenten voraus und identifizieren Ansprecher-Subgruppen bei Endometriose“ kombiniert Einzelzell-RNA-Sequenzierung mit einem rechnergestützten Rahmenmodell zur Vorhersage von Arzneimittelantworten. Dadurch werden distinkte zelluläre Antwortmuster identifiziert, die vorhersagen könnten, welche Therapien für bestimmte Patientinnengruppen am ehesten wirksam sind.
„Endometriose wird derzeit anhand von Symptomen sowie anatomischen oder chirurgischen Merkmalen klassifiziert, doch diese Ansätze erfassen nicht die biologischen Prozesse, die im Gewebe ablaufen.”
-- Cristina Fernandez Molina, Mitbegründerin und Leiterin der Wissenschaftsabteilung bei endogene.bio
Was das für Patientinnen bedeutet
Obwohl es oft den Anschein hat, dass jede Betroffene die Erkrankung anders erlebt und Vorhersagen schwierig sind, zeigt die Forschung von endogene.bio, dass es auf zellulärer Ebene tatsächlich gemeinsame Muster gibt. Diese Muster helfen zu erklären, warum sich Endometriose auf bestimmte Weise verhält und wie Läsionen auf Behandlungen reagieren – und bieten so neue Wege, die Erkrankung besser zu verstehen und die Behandlung individuell anzupassen.
Diese Forschung stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung personalisierter Medizin bei Endometriose dar. Statt alle Patientinnen nach demselben Schema zu behandeln, könnte das Verständnis der molekularen Vielfalt der Erkrankung zu folgenden Fortschritten führen:
- Bessere Therapieauswahl: Identifizierung von Patientinnen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf bestimmte Therapien ansprechen
- Weniger Trial-and-Error: Vermeidung unwirksamer Behandlungen, die die Linderung verzögern
- Entwicklung neuer Medikamente: Gezielte Ansätze gegen spezifische Zellsubtypen, die die Erkrankung bei verschiedenen Patientinnen antreiben
Ausblick
Obwohl es sich hierbei noch um Forschung im Frühstadium handelt (Preprint), ergänzt sie die wachsende Zahl von Belegen dafür, dass Endometriose weitaus komplexer ist als bisher angenommen. Da Einzelzelltechnologien immer leichter zugänglich werden, könnte die Zukunft durchaus mit sich bringen, dass Behandlungsentscheidungen auf der Grundlage molekularer Profile einzelner Patientinnen getroffen werden.
Ich halte dich auf dem Laufenden, während diese Forschung den Peer-Review-Prozess durchläuft und weiter validiert wird.
