Eine aktuelle Studie könnte für Endometriose-Betroffene neue Therapieoptionen abseits hormoneller Behandlungen eröffnen. Die von der Firma Insilico Medicine in Zusammenarbeit mit einer Universität in Hongkong durchgeführte Forschung identifizierte mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) zwei neue therapeutische Targets (Wirkziele) sowie ein bereits zugelassenes Medikament, das künftig für die Behandlung von Endometriose genutzt werden könnte.
Die entdeckten Proteine
Mit der KI-Plattform PandaOmics analysierten die Forschenden große Datenmengen, um neue Ansätze zur Behandlung von Endometriose zu finden. Dabei entdeckten sie zwei Proteine:
- Guanylat-bindendes Protein 2 (GBP2): Reguliert immunologische und entzündliche Prozesse.
- Hämatopoetische Zellkinase (HCK): Spielt eine Rolle bei Zellwachstum und -überleben.
In Versuchen mit Mäusen zeigte sich, dass die Reduktion dieser Proteine das Wachstum der Endometriose-Läsionen verringert und die Zellteilung hemmt. Besonders wichtig: Beide Proteine wurden in menschlichem Endometriosegewebe ebenfalls vermehrt nachgewiesen, was ihre Relevanz für die Erkrankung unterstreicht.
Medikament gegen trockene Augen als neue Therapie
Die Studie identifizierte außerdem ein bereits zugelassenes Medikament als potenzielle Behandlungsoption. Das Mittel Lifitegrast, ursprünglich für die Behandlung des Trockenen Auges entwickelt, zielt auf das Protein ITGB2 ab. In Tiermodellen konnte es das Wachstum der Endometriose-Läsionen deutlich hemmen.
Fazit
Diese aktuelle Forschung zeigt, wie KI dazu beitragen kann, neue Therapieansätze schneller und kosteneffizienter zu entwickeln. Durch die Entdeckung der Proteine GBP2 und HCK sowie die mögliche Umwidmung von Lifitegrast besteht Hoffnung auf nicht-hormonelle Behandlungsalternativen. Für uns Betroffene könnte dies in Zukunft eine erhebliche Verbesserung bedeuten.
Link zur original Publikation | Link zur englischen Presseaussendung
